Rückblick

4. Wissensmanagement-Tage Krems “Wissen im Prozess”, 21. und 22. April 2015


Prozessqualität als Kernthema des Wissensmanagements

Unter dem Leitthema „Wissen im Prozess“ diskutierten von 21. bis 22. April rund 200 ExpertInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft aktuelle Perspektiven für das Wissensmanagement. Bereits zum vierten Mal organisierte die Donau-Universität Krems die Kremser Wissensmanagement-Tage. Das Internet der Dinge und Industrie 4.0. als Megatrends sowie die Revision der ISO 9001-Norm beherrschten die Fachkonferenz.

Friedrich Faulhammer, Rektor der Donau-Universität Krems, freute sich in seiner Begrüßung über den wachsenden Zuspruch zu den Kremser Wissensmanagement-Tagen. Faulhammer betonte dabei, dass Wissen nicht nur Management brauche, sondern dass insbesondere an Universitäten die Schaffung von neuem Wissen im Mittelpunkt stehe.

Prozessanalyse: von der Interpretation zur Evidenz

Univ.-Prof. Dr. Jan Mendling, Leiter des Instituts für Informationswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, analysierte in seiner Keynote-Speech Methoden, zu Modellen über Prozessmanagement zu kommen. Die Herausforderung sei dabei, so Mendling, aus den infolge der Arbeitsteilung nur fragmentiert vorliegenden Daten zu einzelnen Arbeitsschritten ein Modell zu gestalten, das die Prozesse möglichst realitätsnah abbilde und als Instrument der Analyse tauge. Zu den klassischen Methoden der Dokumentation wie Interviews, Workshops und der Beobachtung, trete immer stärker das sogenannte Process-Mining hinzu, also die Einbindung digitaler Daten in die Analyse, beispielsweise aus dem E-Mail-Verkehr. Während Process-Mining derzeit noch auf Ereignisdaten und deren Interpretation beruhe, liege die Zukunft der Prozessanalyse in der Verwendung von Textual Data, so Mendling. Analyseprogramme seien bereits in der Lage, Texte eigenständig auszuwerten. Im Prozessmanagement zeichne sich damit ein Trend weg von der interpretativen hin zur evidenzbasierten Analyse ab, so Mendling abschließend.

Interaktives Webtool wima-explorer erleichtert Konferenzkontakte

Die Donau-Universität Krems nützte die 4. Wissensmanagementtage für die Anwendung eines von ihr gemeinsam mit der Universität Wien und zweier IT-Unternehmen entwickelten interaktiven Webtools. Dr. Lukas Zenk, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Donau-Universität Krems im Zentrum für Kognition, Information und Management, verwies auf die eigene Qualität von Wissensprozessen bei Konferenzen. Mit dem wima-explorer könnten TeilnehmerInnen mit einem Klick Deckungsgleichheiten ihrer eingegebenen Interessen mit jenen anderer TeilnehmerInnen eruieren und Networking effektiv betreiben, so Zenk.

Am zweiten Konferenztag besuchte Mag. Barbara Schwarz, Landesrätin für Soziales, Bildung und Familie in Vertretung des Landeshauptmannes von Niederösterreich, Dr. Erwin Pröll, die Fachausstellung der 4. Kremser Wissensmanagementtage. In ihren Grußworten hob Schwarz die Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Krems für Niederösterreich hervor und betonte die wichtige Rolle, die Wissensmanagement auch für die Bildung habe.

Der Bogen der Konferenzthemen reichte von geeigneten Formen der Prozessmodellierung über das Spannungsfeld zwischen gelebten und dokumentierten Prozessen bis hin zum Umgang mit Wissen in Organisationen. Die 35 Vorträge bzw. Workshops umfassten Praxisberichte zur Gestaltung von Wissensmanagement-Prozessen über Wissenstransformation bis hin zu Lean Administration.

Die Kremser Wissensmanagement-Tage werden von der Donau-Universität Krems, Zentrum für Kognition, Information und Management zusammen mit dem Magazin wissensmanagement organisiert. Sie bilden einen der wichtigsten Treffpunkte der deutschsprachigen Community im Feld des Wissensmanagements. Die Beiträge der früheren Konferenzen sind als Sammelband herausgekommen und stehen auch zum freien Download zur Verfügung.